Schriftauswahl – worauf kommt es an?

15 Dez Schriftauswahl – worauf kommt es an?

Schriftauswahl – worauf kommt es an?

Jede Werbung hat eine bestimmte Aussage. Diese wird für die potenzielle Kundschaft nur eindeutig wenn sie in Wort und Schrift gefasst wird. Egal ob sie ihre Angebote online oder in den Printmedien präsentieren möchten, die Hülle und Fülle an Schriften ist riesig und den passenden Schrifttyp auszuwählen stellt dementsprechend eine grosse Herausforderung dar.

Anzahl Schriftarten

Grundsätzlich wird die Anzahl verschiedener Schriftarten bei den meisten professionellen Projekten auf 2 bis 3 festgesetzt. Dass dieser Grundsatz von vielen ignoriert wird, zeigen die unzähligen schlechten Beispielen. Werden mehrere verschiedene Schriftarten verwendet, wirkt das Layout sehr schnell unübersichtlich und aufdringlich für Betrachter. In manchen Fällen ist das bewusst gewollt, aber in den meisten Fällen eher das Produkt schlechter Gestaltung. Unzählige Quellen und Möglichkeiten Schriften über das Internet zu beziehen verführen zur übertriebenen Verwendung verschiedenster Schriftarten.

Für die meisten Anforderungen genügen 2-3 Schriften. Mehr Schriftarten sollten nur dann genutzt werden, wenn man damit ein klares Ziel verfolgt ( zBsp bei einem Partyflyer oder im Zeitungssatz ).

 

Die richtige Mischung macht‘s

Abgesehen von kreativen und ästhetischen Zielen sollte mit der Schriftmischung vor allem auch didaktische Ziele verfolgt werden. Die Mischung verschiedener Schriften fördert grundsätzlich die Lesemotivation und ermöglicht ein schnelles Auffinden bestimmter Inhalte bzw. ein rasches Querlesen.

Schriftauszeichnungen

Schriftauszeichnungen sind Möglichkeiten, innerhalb eines Textes verschiedene Wörter oder Sätze hervorzuheben. Auch hier sollte man sparsam sein weil es sonst die gewünschte Wirkung verliert.

Die Auszeichnung durch Wörter in fetter Schrift bewirkt, dass der Leser die Wörter bereits wahrnimmt bevor er bei der jeweiligen Textzeile angekommen ist.

Mit kursiver Schrift ist eine zurückhaltendere Auszeichnung von Text möglich. Im Web sollte man dies allerdings nur bei eher grosser Schriftgrösse einsetzen.

Unterstreichen ist nur dann sinnvoll und akzeptabel wenn alle anderen Möglichkeiten der Auszeichnung nicht gegeben sind.

 

Auf die Grösse kommt es an

Wie bei der Art der Schrift ist es auch bei der Grösse wichtig schlicht zu arbeiten. Werden zum Beispiel drei Schriftarten mit drei Schriftgrössen kombiniert, herrscht schnell ein Chaos weil keine klaren Zusammenhänge zu erkennen sind.

In die Entscheidung der Grösse einer Schrift sollte man auch das verwendete Medium, die Lesbarkeit und die Zielgruppe miteinbeziehen. So ist beispielsweise die Schrift auf einem Plakat grösser zu wählen als in einem Buch.

Schriftkategorien

Serife-Schriften: als Serife bezeichnet man die (mehr oder weniger) feinen Linien, die einen Buchstabenstrich am Ende, quer zu seiner Grundrichtung, abschliesst.

Groteskschriften, Sans-Serife: sind schnörkellos, die Strichstärke der Buchstaben sind nahezu gleichmässig und die Buchstaben haben keine Serife.

Bei Printmedien ist die Anwendung ganz simpel: Fliesstexte werden in Serife-Schriften gedruckt, Überschriften und Kleingedrucktes in Groteskschriften. Auf dem Monitor empfehlen wir eher zur Sans-Serife zugreifen, da durch die geringe Auflösung im Vergleich zu Printmedien die Serife manchmal weggetilgt wird oder ausgefranst aussehen kann.

Fazit: Die hier beschriebenen Grundsätze der Typographie gelten als Leitfaden und müssen nicht stur eingehalten werden. Übertretung der Grenzen erhöhen in bestimmten Fällen, dort wo sie angebracht sind, die kreativen Möglichkeiten.

 

Aussagen der Schriften

Die Optik einer Schriftart ist meist mit einer bestimmten Aussage verbunden. Viele Schriften wurden für einen speziellen Bereich oder eine spezielle Zielgruppe entwickelt. Man sollte deshalb feststellen, dass man diese Schriften nicht zweckentfremdet und womöglich unbewusst die falsche Wirkung beim Betrachter hinterlässt.